a k t u e l l Ostern 2010 Ein neues Jahr, und am Rheinfall ist vieles verändert. Auf dem linken, dem Zürcher Ufer ist heute ein komfortaber "Panoramaweg" angelegt, der hinabführt an die tosenden Fluten. Hinauf mittels Lift, falls gewünscht. Ein "Historama" in den historischen Räumen von Schloss Laufen erzählt augenzwinkernd und mit allerhand Schaubudeneffekten aus der vielhundertjährigen Geschichte des Rheinfalls. Buchungen für den Rheinfall-Trip unter dem Motto "und es wallet und siedet und brauset und zischt" sind ab sofort willkommen >kontakt
Der Mensch besteht zu 63 Prozent aus Wasser. Ist es
da ein Wunder, dass es ihn zum Rheinfall zieht? Eineinhalb Millionen Besucher
im Jahr erliegen diesem Sog. Was aber nehmen sie von dort mit?
In einer gut gelaunten
Rheinfallführung bringt Ihnen Werner Singer das menschliche Treiben
rund um den Rheinfall nahe. Hören Sie von Gottsuchern, von tollkühnen
Rheinfallbezwingern und armen (Wasser-) Schluckern. Sie sollen das
Rauschen in sich vernehmen! (Panoramafoto Oliver Knill)
Das Erlebnis heisst Rheinfall-Trip. Zu "trip"sagt das englische Wörterbuch „Spritzfahrt“ und „kurze Seereise“. Korrekt! Denn wir überqueren in einem Fährboot das Rheinfallbecken, wo es gewaltig spritzt. Das
Wörterbuch sagt weiter „Fehltritt“ und „straucheln“. Davor wollen
wir uns hüten, wenn wir über steile Treppenwege an die schäumende
Gischt vorrücken. Hier Fototermin! Weiter lesen wir die Bedeutung
„halluzinatorische Reise“. Tatsächlich berichten viele Rheinfallbesucher
von einer besonderen Stimmung, die im Rheinfallbecken über sie kommt: eine
Art vorübergehende Benommenheit, die sich in übermütiger,
frühlingshafter Laune auflösen kann.
Der Rheinfall bietet einen imponierenden Anblick — jedoch der Rheinfall-Trip bringt ihn zum Sprechen! Hören Sie vor der gewaltigen, aber unschuldigen Naturkulisse des Rheinfalls Geschichten von Dichtern, zu denen der Rheinfall sprach, von Rheinfallkosmetik durch Pinselkünstler, von Pfarrerskindern mit Rheinfallblick, von Tourismuspionieren mit Fortune und ohne, von jungen Männern, die den Tod herausfordern und von armen Seelen mit Todessehnsucht.
Dann werden Sie die Antworten auf die folgenden Fragen kennen: Darf man über die geringe Höhe des Falles enttäuscht sein? Kann ein Mensch den Rheinfall überleben (und: kann ein Fisch den Rheinfall ersteigen)? Warum ging Goethe sprachlos vom Rheinfall weg? Wie zeigt sich der Rheinfall in einer Camera obscura? Welche Risiken hat eine Kindheit im Pfarrhaus Laufen? Hatte der Maler William Turner eine Rechts-links-Schwäche? Wer hat dort beim Schloss Laufen ein separates Grab und warum? Schliesslich die Frage aller Fragen: Worin besteht der Magnetismus dieses Ortes?
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Riskantes Unternehmen: Rheinfallbefahrung auf der Neuhauser Seite. Foto: Peter Lintner